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Ausgabe 25-26/12, 20. Dez.
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Umweltbriefe

 

 

 

Energiesparen im Haushalt, Teil 32
Sparkurs im Heimbüro

Die Gerätedichte im Heimbüro ist hoch: PC, Drucker, Scanner, Laptop, Telefon, Fax, Anrufbeantworter, Taschenrechner, oft auch ein Kopiergerät sind heute in vielen Haushalten Standard. All diese Geräte fressen Strom, manche rund um die Uhr. Die Informations- und Kommunikationstechnik hat sich zum Verbraucher mit den höchsten Zuwachsraten entwickelt. Mit einem persönlichen Sparkurs lässt sich dieses Wachstum aufhalten. Angenehmer Nebeneffekt: Zugleich wird die Haushaltskasse aufgebessert.

von Hartmut Netz

1. Handy. Die Lebensdauer eines Handys kann bis zu zehn Jahre betragen; die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt jedoch bei nur 18 Monaten. Wer wenig Wert auf eine makellose Optik legt, sollte sich ein gebrauchtes Handy zulegen: Gebrauchte arbeiten genauso zuverlässig, kosten jedoch nur den Bruchteil eines Neugeräts. Schwachstelle jedes Handys ist der Akku. Verweigert der Speicher den Dienst, lässt sich das Handy mit einem Akku aus dem Internetshop wieder flottmachen.

2. Festnetz. Voice-Over-IP-Telefon-Anlagen, mit denen man über das Internet telefonieren kann, bieten deutlich mehr Funktionen als analoge oder ISDN-Telefone. Doch die vermeintlich kostengünstige Verbindung über das Datennetz hat einen Nachteil: Im Gegensatz zu analogen Telefonen, die im Standby-Modus gänzlich ohne Energie auskommen, läuft de Telefonbox von IP-Telefonen im Dauerbetrieb mit fünf bis zehn Watt Strombedarf. Übers Jahr gerechnet fallen Stromkosten zwischen 20 und 25 Euro an – je nach Strompreis. Steigender Beliebtheit erfreuen sich auch Schnurlos-Telefone: Keine Frage: Ohne Schnur übers Festnetz zu telefonieren ist bequem. Aber man sollte bedenken, dass man sich damit eine Quelle elektromagnetischer Strahlung ins Haus holt. Wer ein Schnurlos-Telefon mit geringer Strahlung oder eine Voice-Over-IP-Anlage mit niedrigem Stromverbrauch sucht, sollte auf das Umweltsiegel Blauer Engel achten.

3. Fax. Sie sind allzeit bereit und deshalb nie vollständig vom Netz getrennt. Im Bereitschaftsmodus schluckt ein effizientes Fax weniger als zwei Watt; doch Geräte, die vor 2010 gekauft wurden, können ein Vielfaches davon verbrauchen. Im Fachhandel sind Vorschaltgeräte erhältlich, die das Fax empfangsbereit halten, den Energiehunger jedoch senken. Das rechnet sich aber nur, wenn das Vorschaltgerät deutlich weniger Strom braucht als das Fax im Standy-Betrieb. Da sich Fax-Nachrichten auch per Computer verschicken und mit einem Anrufbeantworter im Netz empfangen lassen, stellt sich die Frage, ob ein separates Faxgerät überhaupt noch nötig ist.

4. Anrufbeantworter. Unter Effizienzgesichtspunkten sind konventionelle Anrufbeantworter Verschwender, denn sie schlucken 27-mal mehr Strom als Anrufbeantworter im Netz, die eingehende Anrufe auf einem Großrechner des jeweiligen Anbieters speichern. Zum Abhören wählt man sich kostenlos und unter Angabe einer PIN in das zentrale Rechnersystem ein. Aber auch technisch sind Anrufbeantworter im Netz konventionellen Geräten überlegen: Sie nehmen Anrufe auch bei besetztem Anschluss entgegen; verbinden bei Bedarf direkt mit dem Anrufer und speichern sogar Fax-Nachrichten. Ein separates Fax-Gerät wird damit überflüssig, denn zum Ausdrucken genügt ein Computer. Anrufbeantworter im Netz sind im Idealfall gratis, konventionelle Geräte dagegen kosten in der Anschaffung zwischen 50 und 100 Euro – ganz abgesehen von den Betriebskosten, die umso höher ausfallen, je größer der Stromverbrauch im Standby-Modus ist.

5. Akku. Moderne Handys und Laptops werden von Lithium-Ionen-Akkus mit Strom versorgt, die bei guter Pflege fünf Jahre und länger halten können. Wer teilentladene Akkus ständig nachlädt, schwächt auf Dauer die Zellen. Wird der Laptop am Netz betrieben, sollte man den Akku aus dem Gerät entfernen, sonst ist er unnötig hohen Temperaturen ausgesetzt.

6. Ladegerät. Handy und Notebook beziehen ihren Strom zum Laden der Akkus über ein externes Netzteil, auch Ladegerät genannt. Bleiben Ladegeräte nach dem Ladevorgang an der Steckdose, ziehen sie weiter Strom – umso mehr, je älter sie sind. Zu erkennen ist dies an einer leichten Erwärmung. Um Leerlaufverluste zu vermeiden, sollte man das Ladegerät sofort nach dem Laden vom Netz trennen.

7. Taschenrechner. Solarbetriebene Taschenrechner ersparen lästige Batteriewechsel oder langwieriges Aufladen der Akkus. Man benötigt keinen Netzstecker und ist unabhängig von herkömmlichen Stromquellen. Und die Energie von der Sonne kostet keinen Cent.

8. Kopierer. Die meiste Zeit döst ein Kopiergerät im Leerlauf vor sich hin. Der Stromverbrauch dabei ist recht hoch, denn die Fixierwalze muss auf Temperatur gehalten werden. Über einen längeren Zeitraum betrachtet, schluckt ein Kopierer etwa drei Viertel seines Strombedarfs im Bereitschaftszustand. Über die Energiesparfunktion lässt sich die Betriebstemperatur der Fixierwalze und damit der Stromverbrauch des Kopierers verringern. Allerdings dauert es dann etwas länger, bis das Gerat wieder zum Kopieren bereit ist. Tipp: Kopier-Aufträge sammeln und dann in einem Rutsch wegkopieren.

9. Drucker. In den erweiterten Einstellungen eines Druckers mit Duplex-Einheit lässt sich doppelseitiges Drucken zum Standard machen – man spart Tinte, Toner und Papier. Als Regel sollte gelten: Nur das drucken, was wirklich in Papierform benötigt wird. Für einen Probedruck tut es auch die Rückseite von einseitig bedrucktem Papier. Bei der Meldung „Patrone leer, bitte wechseln“ oder „Tonerkartusche leer“ ist Gelassenheit geboten: Meist lassen sich noch etliche Seiten ausdrucken. Durch zu frühen Patronenwechsel wird 20 bis 40 Prozent der Tinte verschwendet, hat das Öko-Institut ermittelt. Wer seinen Tintenstrahldrucker preisgünstig mit Tinte versorgen will, sollte unbedingt zu nachgebauten Patronen greifen, rät die Zeitschrift „PC-Welt“.

Von sogenannten Universal-Nachfüllsets sei dagegen dringend abzuraten. Vorsicht beim Tonerwechsel: Der dabei entstehende Staub kann Augen, Haut und Atemwege gefährden. Staubreste sollten auf keinen Fall weggepustet sondern mit einem feuchten Lappen abgewichst werden. Leere Kartuschen vor dem Entsorgen staubdicht verpacken. Eine Alternative zu Originalmodulen, die meist auf dem Abfall enden, sobald das Tonerpulver aufgebraucht ist, sind wiederbefüllbare Tonerkartuschen mit dem Blauen Engel.

> Gebrauchte Handys kaufen und verkaufen können Sie im Internet unter www.asgoodas.nu oder www.handy-market.com
> Der passende Akku fürs Handy oder den Laptop findet sich unter www.akku500.de
> Die Marktübersicht
EcoTopTen vergleicht konventionelle Anrufbeantworter mit und ohne Fax-Funktion mit Anrufbeantwortern im Netz – inklusive Betriebskosten: www.ecotopten.de/prod_anrufbeantworter_prod.php
> Mit dem Blauen Engel ausgezeichnete Computer und Bürogeräte mit Druckfunktion finden Sie unter www.blauer-engel.de

 

 
 
 

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