UmweltBriefe - Aus Kommunen und Forschung
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Ausgabe 25-26/12, 20. Dez.
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Liebe Leserin, lieber Leser,

einmal jährlich zum Weltbodentag im Dezember tauchen sie wieder auf, die Gemeinplätze und Redensarten zum knappen Gut Boden: Dass wir ihn mit Füßen treten; dass der Boden uns näher ist, als wir denken, und zunehmend zerstören, was Grundlage unserer Existenz ist; dass wir verlorenen Boden wieder gut machen müssen; schwindelerregende Bilder werden bemüht, wie das von den hundert und mehr Fußballplätzen, die täglich zugepflastert werden; und berühmte Sätze werden zitiert, wie etwa der von Franklin D. Roosevelt: „Vernichtet eine Nation ihre Böden, vernichtet sie sich selbst.“ Dennoch scheinen all diese mahnenden Worte vergebens, das Bodenbewusstsein zu stärken.

Dicke Luft und schmutziges Wasser erfahren wir unmittelbarer, sie sind direkt schädlich. Dagegen bekomme man negative Auswirkungen verseuchter oder nicht mehr vorhandener Böden erst verzögert zu spüren, stellt die Präsidentin des Bundesverbands Boden, Gabriele Broll, fest. Für die Expertin sind Emotionen und Erlebnisse mit dem Boden derzeit wichtiger als trockene und komplizierte Fakten. Die Mitmach-Ausstellung „Bodenschätze“ im Museum und Park Kalkriese soll da Beachtliches geleistet haben. „Weltweit eines der besten Beispiele für Bodenbildung“, sagt Broll. Auch ein Boden-Memory aus Umweltbundesamt und niedersächsischem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie findet großen Anklang und war zwischenzeitlich sogar vergriffen. Noch ein gutes Beispiel dafür, das Thema der Öffentlichkeit nahezubringen, ist ein kluger Film über die Stadtböden in Karlsruhe (www.youtube.com/watch?v=Yn-M9XaBcK4).

Und findet das Thema Boden nicht direkt in die Köpfe, könne man ihm auch über die Umwege Klimawandel und Biodiversität zur Medienpräsenz verhelfen, meint Broll. Ja selbstverständlich, liebe Expertin, wir tun das seit mehr als zwölf Jahren in unseren Rubriken und bisweilen auch auf einer reinen „Boden“-Seite – und wollen die Berichterstattung darüber 2013 verstärken, um dem Bodenschutz zu seinem Recht zu verhelfen. Vielleicht auch im Sinne Brolls: besser umfassend begeistern als umfassend belehren. Ich wünsche Ihnen zwischen den Jahren besinnliche Fußmärsche auf intakten Böden. Kommen Sie gut rüber und bleiben Sie dran,

Ihr Tim Bartels

 

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