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Ausgabe 12/13, 20. Juni
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Umweltbriefe

Tipps zur Bustour:

 

 

 

 

 

 

Fernbusse
Billige Klimaschoner

Seit Anfang dieses Jahres dürfen Fernbusse auf Strecken, die länger als fünfzig Kilometer sind und länger als eine Stunde dauern, mit der Bahn konkurrieren. Seitdem nimmt der Fernbusverkehr an Fahrt auf, entstehen immer mehr Verbindungen zwischen Städten innerhalb Deutschlands und ins Ausland. In der Regel ist die Fahrt mit dem Fernbus günstiger als mit der Bahn.

von Tim Bartels

Obwohl der Reisebus gemessen am CO2-Ausstoß pro Personenkilometer das umweltfreundlichste Verkehrsmittel im Fernverkehr ist, fristete der Fernbus im deutschen Personenfernverkehr neben dem Zug und als Alternative zur Mitfahrgelegenheit bis Ende des vergangenen Jahres ein Nischendasein. Mit Fernbussen fuhren bislang jährlich zwei Millionen Menschen, mit Fernzügen dagegen 125 Millionen. Doch seit Januar 2013 ist der Markt für Fernbusverbindungen liberalisiert – und das werde „die Stellung der Fernbusse in Deutschland endlich ändern“, meint der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD).

„Eine Fahrt per Fernbus lohnt sich für Leute, die nicht auf die Uhr schauen müssen und kostengünstig durch Deutschland reisen wollen“, heißt es bei der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen. Tatsächlich braucht ein Fernbus von beispielsweise Düsseldorf nach Berlin im besten Fall siebeneinhalb Stunden und ist damit mehr als drei Stunden länger unterwegs als die Bahn. Doch dafür ist die Busfahrt billiger.

Der VCD rechnet vor: Das Ticket vom Potsdamer Hauptbahnhof zum Leipziger Flughafen kostet mit dem Bus schlappe 18 Euro, mit dem Zug ohne Ermäßigung 51 Euro, als Sparpreis allerdings auch nur 19 Euro. Aber die Tarife variieren bei beiden Transportsystemen stark. Das Busticket für die Strecke Hannover-Heidelberg schwankt je nach Unternehmen und Umstiegen zwischen 37 und 52 Euro; bucht man drei Wochen vor Antritt der Fahrt, werden nur 25 Euro fällig. Die Bahnfahrkarte kostet dagegen zwischen 45 und 95 Euro.

Bahn vs Bus: keine Gegner

Dennoch werden die Fernbusse trotz ihrer niedrigeren Preise laut einiger Untersuchungen keine ernsthafte Konkurrenz für den Eisenbahnfernverkehr darstellen. Für beide Verkehrsanbieter gebe es eine Nachfrage, heißt es beispielsweise in einer Studie der Technischen Universität Dresden. Danach wird die Bahn wegen ihrer Sicherheit, der Bequemlichkeit, der Bewegungsmöglichkeit im Fahrzeug und der meist kürzeren Fahrtzeit bevorzugt. Der Fernbus sei dagegen „ein Verkehrsmittel für preissensible und gesellige Menschen, für Ältere, die mit wenig Stress an ihr Ziel gelangen wollen und immer häufiger auch für Kleingruppen“. Und um die Regionalbahn zu schützen, hat man ja schließlich die 50-Kilometer-Mindeststrecke für die Fernbusse beschlossen.

> Einen Überblick über Busverbindungen und Fahrpreise bietet www.busliniensuche.de
> Der VCD nimmt Stellung zum Thema Fernbusse unter www.vcd.org/fernlinienbus.html

Tipps zur Bustour:

1. Zeit spart Ticketgeld. Der Verkauf von Tickets verläuft meist übers Internet. Damit sich die Busfahrt lohnt, sollten Reisende die Kosten hierfür mit den Sparpreisen der Bahn vergleichen oder die Konditionen einer Fahrgemeinschaft checken. Auch für Tickets der Fernbusse gilt: Frühbucher sichern sich meist ein Schnäppchen. Frühbucherrabatte sind jedoch meist nicht mehr umbuch- oder stornierbar. Auch Kurzentschlossene können auch spontan in einen Fernbus springen und dort ein Ticket lösen – dann allerdings zum normalen Tarif.

2. Streckennetz noch im Aufbau. Städte abseits der Ballungszentren sind vielerorts noch nicht in bestehende Fernbusnetze eingebunden. So kann eine Reise auch mit einem Umstieg in Auto oder Bahn verbunden sein. Busreisende sollten vor einer Buchung prüfen, an welchen Start- und Zielorten Busbahnhöfe sind und wie sie dorthin gelangen.

3. Kind, Koffer und Co. Service und Komfort unterscheiden sich erheblich. Meist wird nur ein bestimmtes Kontingent zu Sonderkonditionen verkauft. Es gibt Ermäßigungen für Kinder, Studenten und Senioren. Auch ein kostenloser Zugang zum Internet während der Fahrt gehört nicht zum Standard. Wenn zu viele oder zu schwere Gepäckstücke mit auf die Reise gehen oder das Fahrrad mit soll, wird oft die Buchung eines Zusatztickets fällig.

4. Fahrgastrechte im Fernbus. Erreicht ein Bus sein Ziel mehr als zwei Stunden verspätet, haben Mitfahrer Anspruch auf die Erstattung des vollen Fahrpreises, falls eine Strecke von mehr als 250 km zurückgelegt wurde. Zum Ausgleich kann das Unternehmen seinen Fahrgästen auch eine andere Weiterreise mit der Bahn anbieten. Wird die durch eine Busverspätung verhindert, können Reisende zusätzlich zur Erstattung ihrer Buskosten auf eine Entschädigung in Höhe des halben Fahrpreises für ihren weiteren Transport pochen. Bei längerem Stillstand oder Verspätung eines Busses hat das Busunternehmen zudem für Erfrischungen und Verpflegung zu sorgen.

> Um Beschwerden kümmert sich die Schlichtungsstelle Öffentlicher Personenverkehr, erreichbar unter www.soep-online.de

 
 
 

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