UmweltBriefe - Nachhaltiges Handeln in Kommunen
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Ausgabe November 2021
Bürgerinfo
 
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Umweltbriefe

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Foto: smuki/Adobe Stock

Tipps für Verbraucher:

Elektroaltgeräte
Wohin mit dem Schrott?

Der Müllberg wird immer größer, die Sammelmenge immer geringer: Im Jahr 2019 fielen in Deutschland mehr als zwei Millionen Tonnen Elektroschrott an –ein nie dagewesener Rekordwert. Gleichzeitig wurden von diesen ausgedienten Elektrogeräten nicht mal die Hälfte getrennt gesammelt. Untersuchungen zeigen, dass viele Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend über Entsorgungsmöglichkeiten und -pflichten informiert sind. Immer noch werden zu viele Altgeräte nicht korrekt entsorgt.

Laut einer Umfrage im Auftrag des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) wissen Verbraucher zwar um die prinzipielle Möglichkeit, ihre ausgedienten Elektrogeräte beim kommunalen Wertstoffhof oder beim Händler zurückgeben zu können. Doch die Bedingungen zur Entsorgung über den Handel seien weniger bekannt: So weiß zum Beispiel mehr als ein Drittel der Befragten nicht, dass Elektro-Kleingeräte, die in keiner äußeren Abmessung größer als 25 cm sind, auch ohne Neukauf im Handel abgegeben werden können.
„Immer noch werden zu viele Altgeräte abseits der korrekten Pfade entsorgt“, beklagt denn auch das Umweltbundesamt (UBA). Kleine Altgeräte wie elektrische Zahnbürsten oder Wecker landeten noch häufig im Restmüll oder würden bei den Verpackungsabfällen entsorgt. Oder sie bleiben unentsorgt in Schubläden und Kellern liegen. Beispielsweise alte Smartphones oder Handys: Rund 200 Millionen davon liegen laut einer Befragung des Digitalverbands Bitkom ungenutzt in Schränken oder Schubladen der Haushalte. „Die Altgeräte enthalten eine Vielzahl an wertvollen Materialien“, sagt Bitkom-Chef Bernhard Rohleder, „darunter hochwertige Rohstoffe und Seltene Erden, deren Förderung energie- und ressourcenintensiv ist.“ Umso wichtiger sei es, so Rohleder, dass man ungenutzte Geräte möglichst wiederverwendet oder fachgerecht verwertet.
Alte oder defekte Handys dürfen Sie nicht in den Hausmüll werfen. Sie können sie, wie alle anderen Elektrogeräte auch, in den kommunalen Abfallsammelstellen abgeben. Auch alle Hersteller sowie die großen Mobilfunkunternehmen und der Handel nehmen Altgeräte zurück. Diese geben Sie am besten direkt vor Ort in den Geschäften ab. Die Stiftung Elektro-Altgeräte-Register (ear) bietet zudem ein Verzeichnis aller Sammelstellen an. Darüber hinaus können die Kunden portofreie Versandumschläge im Internet anfordern oder im Handy-Shop abholen.
Der Elektrogerätehandel muss vom Jahr 2022 an stärker über Rücknahmepflichten und Rückgabemöglichkeiten informieren. Auch sollen alle Sammel- und Rücknahmestellen einheitlich gekennzeichnet werden. Oft würden große Altgeräte wie Waschmaschinen und gewerblich genutzte Elektrogeräte von unzertifizierten Schrottplätzen und Sammlern eingesackt, warnt das UBA.

von Tim Bartels

> https://www.umweltbundesamt.de/themen/wohin-dem-elektroschrott-0
> https://www.ear-system.de/ (> Verzeichnisse)

Tipps für Verbraucher:

1. Niemals in den Hausmüll. Elektrogeräte enthalten Schadstoffe wie Cadmium und Quecksilber in Batterien, Arsen in LED-Lampen, Blei in Leiterplatten oder Brom in Flammschutzmitteln. Sie enthalten auch viele Wertstoffe wie Kupfer in den Kabeln oder Gold in den Kontakten. Viele Geräte eignen sich für eine Wiederverwendung. Verbraucher sind laut Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) zur getrennten Sammlung ihrer Altgeräte verpflichtet.

2. Achten Sie auf das Symbol mit der durchgestrichenen Mülltonne auf Rädern. Es kennzeichnet E-Geräte, die gesondert zu entsorgen sind. Fast alles, was eine Batterie oder eine Steckdose benötigt, ist ein Elektro- oder Elektronikgerät. Neben Kühlschränken, Telefonen, Rauchmeldern zählen auch Energiesparlampen und LEDs sowie einzelne Elektrobauteile oder Ladekabel dazu.

3. Nur große Händler müssen Altgeräte zurücknehmen. Gemeint sind solche mit einer Verkaufsfläche von 400 m². Dazu zählen auch Online- und Versandhändler mit einer derart großen Lagerfläche.

4. Beim Kauf eines E-Gerätes können Sie ein vergleichbares Altgerät kostenlos abgeben. Dabei spielt es keine Rolle, wo Sie das Gerät erworben haben. Altgeräte, die kleiner als 25 cm sind, z.B. Handys, Toaster, Fernbedienungen, können Sie unabhängig vom Kauf eines Gerätes abgeben.

5. Beschädigen Sie das Altgerät bei der Abgabe möglichst nicht. Dies ist Voraussetzung für eine mögliche Wiederverwendung, verhindert, dass Schadstoffe austreten, und ermöglicht besseres Recycling.

6. Im Fall eines Online-Händlers sollten Sie sich über die von ihm geschaffenen Rückgabemöglichkeiten informieren. Sofern der Händler eine Rückgabe mittels Paketversand anbietet, achten Sie auf eine sorgsame Verpackung und versenden Sie aus Sicherheitsgründen keine Energiesparlampen, lose Batterien oder Akkus. Nutzen Sie für diese Produkte stationäre Sammelstellen, zum Beispiel im Einzelhandel.

7. Geben Sie ausgediente Handys zum Wertstoffrecycling: Einfach z.B. bei der Telekom oder bei der Umwelthilfe ein kostenloses Retourenlabel herunterladen, mit dem Sie den Umschlag frankieren, der Ihr altes Handy oder Smartphone enthält.

> https://www.handysfuerdieumwelt.de/

Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)

  • Sammelquote: Das ElektroG verpflichtet seit 2019 dazu, 65  Prozent des Elektromülls zu sammeln. Der Anteil bezieht sich auf das gemittelte Gesamtgewicht der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten E-Geräte.
  • Sammelquote: Das ElektroG verpflichtet seit 2019 dazu, 65 Prozent des Elektromülls zu sammeln. Der Anteil bezieht sich auf das gemittelte Gesamtgewicht der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten E-Geräte.
  • Neues ElektroG ab Juli 2022: Von da an müssen auch Lebensmitteldiscounter mit einer Verkaufsfläche von mind. 800 m2 Elektroaltgeräte zurücknehmen. So könne die Entsorgung „verbrauchernah und gleich mit dem Wocheneinkauf erledigt werden“, meint das Umweltbundesamt.
  • Rücknahme: Handel, Hersteller und Kommunen müssen ihre Sammel- und Rücknahmemöglichkeiten weiter verbessern: z.B. durch besser erreichbare Wertstoffhöfe oder flexiblere Annahmezeiten.
     
 
     
       
 

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