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Ausgabe 11/12, 07. Juni
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Umweltbriefe

 

 

 

 

 

Energiesparen im Haushalt, Teil 26
Alles was ein Rad braucht

Radeln ist cool. Ohne Fremdantrieb gleitet man über Straßen und Wege, vier- bis fünfmal schneller als ein Fußgänger. Ein Gefühl der Leichtigkeit stellt sich ein, wenn man spürt, wie die Zähne in die Kette greifen, wie sich die Kette auf den nächsten Zahnkranz schiebt, wie die Reifen plötzlich schneller drehen. Doch vor dem Fahrspaß kommt der Radkauf und da wird’s kompliziert. Denn vorbei sind die Zeiten, als man nur die Wahl hatte zwischen Damen- und Herrenrad.

von Hartmut Netz

1. Qualität. Fahrräder kann man zwar auch im Baumarkt oder Discounter kaufen, doch kompetente Beratung und fachmännischen Service bietet nur der klassische Fahrradladen. Zuvor sollte man sich über seine Ansprüche im Klaren sein: Wie oft, wofür und auf welchem Wegen wird das Wunsch-Velo genutzt? Hat man ein ansprechendes Modell gefunden, sollte man unbedingt mit einer Probefahrt prüfen, ob das Rad wirklich passt.

2. Radltypen. Für den alltäglichen Gebrauch in der Stadt oder für Spritztouren ins Grüne ist das Cityrad bestens geeignet. Man sitzt bequem und aufrecht. Der tiefe Durchstieg erleichtert häufiges Auf- und Absteigen. Wer darüber hinaus jedoch längere Touren oder gar mehrtägige Reisen plant, sollte ein Trekking-Rad wählen, das sich auch mit Gepäck noch sicher fahren lässt. Legt man mehr Wert auf Wendigkeit als auf Reisetauglichkeit, greift man zum All-Terrain-Bike. Das ATB eignet sich für fast alle Einsatzgebiete und ist dazu noch geländegängig. Reinrassige Moutainbikes und Rennräder sind eher Sportgeräte als Verkehrsmittel.

3. Rahmen. Am gängigsten sind Diamantrahmen, Trapezrahmen und Schwanenhals. Der Diamantrahmen, erkennbar am hochliegenden Oberrohr zwischen Sattel und Lenker, zeichnet sich durch hohe Stabilität aus. Zum Auf- und Absteigen schwingt man das Bein über den Sattel. Beim Trapezrahmen ist Auf- und Absteigen leichter, denn das Oberrohr liegt tiefer. Im Unterschied dazu bietet der Schwanenhals einen bequemen, tiefen Durchstieg.

4. Rahmenmaterial. Als Standardmatierial haben sich Aluminium-legierungen durchgesetzt. Die oft kolportierte Behauptung, Alurahmen seien leichter als Stahlrahmen, gehört ins Reich der Legende: Da Aluminium spröde ist, haben Alurahmen grüßere Rohrdurchmesser als Stahlrahmen – und damit ist der Gewichtsvorteil dahin. Stahl dagegen ist ein dauerelastischer Werkstoff, daraus gefertigte Rahmen dämpfen Unebenheiten auf den Wegen und halten länger als Alurahmen. Dafür rostet Alu nicht. Der Trend geht allerdings zur Kohlefaser. Daraus gefertigte Rahmen sind leicht, jedoch auch druckempfindlich und deshalb für Alltagsräder weniger geeignet.

5. Lenker. Die Sitzhaltung wird maßgeblich vom Lenker bestimmt. Sogenannte Multipositionslenker lassen mehrere Sitzhaltungen zu, die geraden Mountainbikelenker oder die geschwungenen Lenkstangen von Cityrädern erlauben dagegen nur eine einzige Sitzhaltung.

6. Sattel. Sättel seien meist zu schmal, sagt Ansgar Schwirtz, Sportprofessor an der TU München. Nur ein breiter Sattel stütze die Sitzbeinhöcker optimal ab. Als Kompromiss empfiehlt er gelgestützte Sättel, die sich dem Gesäß anpassen.

7. Federgabel. Noch vor ein paar Jahren waren Federgabeln oder vollgefederte Velos sehr beliebt. Doch zumindest bei Alltagsrädern ist dieser Trend rückläufig. Kein Wunder: In der Stadt radelt man sowieso meist auf asphaltierten Strecken, und auf Kopfsteinpflaster ist eine Federgabel nutzlos. Breite Ballonreifen federn leichte Unebenheiten im Gelände weit effektiver ab.

8. Reifen. Die optimale Bereifung richtet sich nach dem Untergrund, auf dem gefahren wird. Wer vorwiegend in der Stadt unterwegs ist, braucht Reifen mit durchgehendem Profil, die auf Asphalt leicht laufen. Reifen mit grobstrukturiertem Profil, wie sie bei Mountainbikes üblich sind, haben auf Asphalt einen höheren Rollwiderstand, man muss stärker treten. Auf ungeteerten Wegen oder im Gelände sorgen sie dagegen für bessere Bodenhaftung.

9. Schaltung. Beim Radlkauf hat man die Wahl zwischen Naben- und Kettenschaltung. Der Unterschied: Eine Nabenschaltung erlaubt das Wechseln der Gänge auch im Stand, eine Kettenschaltung schaltet nur während der Fahrt. Das Getriebe der Nabenschaltung ist durch ein geschlossenes Gehäuse vor Wind und Wetter geschützt. Kettenblätter und Ritzelpaket der Kettenschaltung sind dagegen offen zugänglich am Rahmen montiert. Beides hat Vor- und Nachteile: Zwar ist eine Nabenschaltung wartungsärmer, doch im Falle eines Falles muss der Fachmann ran. Kleine Wartungsarbeiten an einer Kettenschaltung kann man dagegen auch selbst erledigen.

10. Bremsen. Nach wie vor sind Felgenbremsen der Standard, allerdings in einer modernen, kräftig zupackenden Form, die wegen der V-förmig angeordneten Bremsschenkel V-Brake genannt wird. Nachteil: Der Bremsdruck verschleißt auf Dauer die Flegen, und bei Nässe lässt die Bremskraft nach. Scheibenbremsen sind zwar teurer und schwerer als Felgenbremsen, arbeiten jedoch auch bei Nässe zuverlässig. Die Bremskraft überträgt bei beiden Typen wahlweise ein Seilzug oder eine Hydraulikflüssigkeit. Die gute alte Rücktrittbremse wird heute hauptsächlich in Kinderrädern und Citybikes mit und ohne Nabenschaltung verbaut. Sie gilt zwar als altmodisch, ist jedoch robust, wartungsarm und witterungsunabhängig.

11. Beleuchtung. Den Umfang der Fahrradbeleuchtung bestimmt die Straßenverkehrsordnung: hinten ein rotes Rücklicht mit zwei roten Rückstrahlern, pro Pedal zwei gelbe Rückstrahler, an den Reifenflanken umlaufende Reflexionsstreifen und vorne ein weißer Scheinwerfer mit integriertem Rückstrahler. Bei Schweinwerfern und Rückleuchten hat sich die LED-Technik durchgesetzt; LEDs sind langlebig und glänzen mit hoher Lichtausbeute. Die nötige Energie liefert ein Dynamo, der während der Fahrt Strom produziert. Der früher übliche witterungsanfällige Seitenläuferdynamo wurde mittlerweile vom Nabendynamo verdrängt. Der wird in die Vorderradnabe eingebaut und funktioniert auch bei Wind und Wetter. Empfehlenswert ist eine Standlichtfunktion, die das Rücklicht auch beim Halt an der Ampel noch leuchten lässt.

12. Gepäckträger. Wer das Rad als Alltagsvehikel nutzt, braucht einen stabilen Gepäckträger, an dem sich zwei regendichte Fahrradtaschen einhängen lassen. Damit fährt man sogar den Wochenvorrat sicher vom Supermarkt nach Hause. Auch ein Transportkorb am Lenker leistet beim Einkaufen gute Dienste.

> Als Hilfe zum Radlkauf hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ein Bewertungssystem entwickelt: www.adfc.de/bewertung
> Zum Thema Beleuchtung steht alles Wichtige unter www.adfc.de/beleuchtung
> Die kostenlose Broschüre Das sichere Fahrrad gibt es als PDF unter www.dvr.de/download/broschuere_das-sichere-fahrrad.pdf

 
 
 

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