UmweltBriefe -<wbr> Aus Kommunen und Forschung
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Ausgabe Mai 2019
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+++ Fleischampel. Seit April kennzeichnen die großen Handelsketten abgepacktes Fleisch mit Aufklebern zur Art der Stallhaltung der Schlachttiere: Die Stufe 1 entspricht den gesetzlichen Mindeststandards, mit z.B. 0,75 m² Platz für ein Schwein. Stufe 2 „Stallhaltung Plus“ bedeutet, dass die Tiere etwas mehr Platz und Beschäftigungsmaterial hatten, in Stufe 3 „Außenklima“ hatten sie zudem Frischluft im Stall. In Stufe 4 „Premium“ hatten Tiere aus konventioneller Haltung auch Auslauf ins Freie; zudem werden hier die Bioprodukte einsortiert.

Auf diese Initiative von Lidl, Aldi, Rewe, Edeka, Kaufland, Penny und Netto, die zusammen 85 Prozent des deutschen Marktes abdecken, hagelt es Kritik von Verbraucherund Tierschutzverbänden ebenso wie vom Bundesagrarministerium (BMEL). Unisono heißt es: Die Kennzeichnung informiere über formale Haltungskriterien – dies sage aber nichts über den Gesundheitszustand der Tiere aus. Auch fehlten Aussagen über Ferkelkastration, Schnabelkürzen etc. und Transport- und Schlachtbedingungen. Während Matthias Wolfschmidt von der Verbraucherorganisation Foodwatch die neue Kennzeichnung nur als Mogelpackung sieht, weil sie Verbrauchern vorgaukele, sie könnten mit ihrem Einkauf die Zustände in den Nutztierställen maßgeblich verbessern, hofft die Verbraucher-Initiative, dass der Handel damit den kaum praktizierten ambitionierteren Haltungsformen den nötigen Absatzschub beim Verbraucher verschaffen werde, und dass bald auch Markenartikler, Verarbeiter und nicht zuletzt die Gastronomie damit offenlegen, aus welchen Haltungsformen sie ihr Fleisch beziehen.

Immerhin setzt die Discounter-Initiative nun das BMEL in Zugzwang. Auf seinen Internetseiten Tierwohl-staerken.de verspricht man, dass das für 2020 geplante – freiwillige – staatliche Tierwohlkennzeichen sich von der Haltungskennzeichnung des Handels durch den Anspruch an das Mehr an Tierwohl und einen rechtlichen Rahmen unterscheiden werde. Dreizehn Kriterien sollen neben den formalen Haltungsbedingungen u.a. die Aufzucht der Ferkel, den Transport und die Schlachtung einbeziehen. Außerdem werde es eigene Kontrollen geben. Foodwatch unkt hierzu: Wenn das staatliche Label nur freiwillig ist, werden nur die Betriebe mitmachen, die ohnehin schon gute Arbeit leisten. Gegen Krankheit und Elend von Millionen Tieren hülfen nur klare gesetzliche Vorgaben für bessere Tiergesundheit in allen Ställen.

von Martin Bopp

> Tierwohl-Webseite des BMEL mit Darstellung und Kritik der Fleisch-Kennzeichnung: www.tierwohl-staerken.de/aktuelles/

Weitere Meldungen in der Ausgabe Mai 2019
 

 

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