UmweltBriefe - Nachhaltiges Handeln in Kommunen
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Ausgabe Juli/August 2022
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+++ Herbizid Glyphosat schädigt auch Hummeln. Dies legen Ergebnisse der Universität Konstanz nahe. Das Team um Anja Weidenmüller untersucht den Einfluss der Wärmeregulation der Brutzellen auf die Entwicklung von Hummelkolonien. Demnach halten die pelzigen Bienen ihre Brut durch Muskelvibration konstant bei etwa 32°C, sofern sie dafür ausreichend Nektar als Energiespender zum Aufheizen aufnehmen können. Auch die Eier der Geschlechtstiere entwickeln sich nur bei solch hohen Temperaturen.
Nun zeigte sich, dass Hummelvölker, die im Aufbau mit wenig Nektar auskommen müssen, und die zugleich Glyphosat ausgesetzt sind, ihre Brut nur unzureichend bzw. nicht lange genug auf Temperatur halten können. Das Zusammentreffen von Blütenmangel und Pestiziden kann daher die Fortpflanzung der Hummeln stark beeinträchtigen oder gar verhindern. Als Konsequenz fordern die Konstanzer ForscherInnen, bei der Zulassung von Pestiziden künftig nicht tödliche Faktoren mitzubetrachten. Bisher wird in den Verfahren nur getestet, wie viele Tiere nach Fütterung oder Kontakt mit einer Substanz nach 24 oder 48 h gestorben sind. Glyphosat ist bis Ende 2022 zugelassen, die Wiederzulassung in der EU ist beantragt.

von Martin Bopp

> A. Weidenmüller et al.: Glyphosate impairs collective thermoregulation in bumblebees: https://www.science.org/doi/10.1126/science.abf7482
> PM Uni Konstanz: https://kurzelinks.de/sgph

Weitere Meldungen in der Ausgabe Juli/August 2022
 

 

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