UmweltBriefe - Der kommunale Infodienst
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Ausgabe 03/12, 16. Februar
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  Umweltbriefe

Liebe Leserin, lieber Leser,

die UmweltBriefe haben seit Jahresbeginn einen neuen Verleger bekommen und deshalb innerhalb der Stadt ihren Redaktionssitz gewechselt: Wir sind nun in der neuen Mitte der Berliner Republik angekommen – wenn auch zunächst nur eine Kneipe solchen Namens nebenan liegt. Zwölfeinhalb Jahre oder dreihundert Ausgaben lang residierten wir im mondänen Charlottenburg nahe des Schlosses und schauten von dort auf die Umweltpolitik der Bundesregierung. Berlin war schon acht Jahre Parlaments- und Regierungssitz, als die UmweltBriefe (damals noch „UMWELT kommunale ökologische Briefe“) anno 1999 von der NRW-LandeshauptstadtDüsseldorf in die Bundeshauptstadt zogen – um näher dran zu sein am politischen Geschehen, um für die Berichterstattung nicht nur zu telefonieren, sondern auch den Pressekonferenzen beiwohnen und nachfragen zu können.

Nun berühren wir am Schiffbauerdamm beinahe die Bannmeile um die Bundesorgane, sind also noch näher dran, wenn nicht gar mitten drin im Reich der Strippenzieher und Lobbykraten. Als fünfte Gewalt oder stille Macht wird das Lobbying in Deutschland und der EU bezeichnet. Im Bundestag sind rund 1 900 Lobbyorganisationen gelistet. Aus diesen Gruppen haben schätzungsweise 5 000 Vertreter offiziell Zugang zum Bundestag. Angesiedelt haben sich die „Einflüsterer“ rund um den Reichstag in einer Vielzahl von Unternehmensrepräsentanzen, Verbandsbüros, PR-Agenturen und anderen Stützpunkten.

Kennzeichen des Lobbyings ist ja bekanntlich sein informeller Charakter. Lobbyisten gehen ihren Geschäften nämlich gezielt abseits der Öffentlichkeit nach. Deshalb gilt solcherart Lobbyarbeit zumeist als anrüchig. Dabei hat sich selbst bei den großen Umweltverbänden das Lobbying zu einer akzeptierten Selbstverständlichkeit entwickelt, demzufolge haben sie mittlerweile auch fast alle ihren Hauptsitz im Regierungsviertel. Und selbstverständlich hocken auch alle großen und kleinen Medien dort, um denen, die etwas anzugeben haben, genauer auf die Finger zu schauen, um die Verlautbarung auf ihren wahren Informationsgehalt zu sieben und Meinungsmache als solche zu kennzeichnen – die UmweltBriefe sind nun mit dabei. Bleiben Sie dran,

Ihr Tim Bartels

 

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