UmweltBriefe -<wbr> Aus Kommunen und Forschung
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Ausgabe Dezember 2018
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+++ Vorgaben für Wohneigentum bremsen Solarpotenzial in Berlin. Langfristig soll Sonnenenergie ein Viertel des Energiebedarfs der Hauptstadt decken. Auf den etwa 227 600 Gebäuden, die in Berlin für Solaranlagen geeignet sind, ist noch Platz für 10 GW Sonnenenergie. Das schätzen Forscher der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin. Dort waren 2017 nur knapp 6 700 PV-Anlagen mit 90 MW Leistung installiert, 0,4 Prozent des Berliner Stromverbrauchs. Was behindert den Ausbau der Solarkraft auf den Dächern der Hauptstadt? Vor allem Eigentumsverhältnisse, aber auch der Denkmalschutz sowie ökonomische Bewertungskriterien, moniert eine Studie der HTW. Das Forscherteam errechnete, dass sich nur knapp 10 Prozent der potenziellen Flächen für Solarenergie auf öffentlichen Gebäuden befinden und 35 Prozent auf Gebäuden mit Gewerbenutzung. Mit 55 Prozent stellten jedoch Wohngebäude das Gros des Potenzials für den Dachstrom. Hier jedoch erschweren die juristischen Gegebenheiten den Zubau. Während für Einfamilienhäuser im Besitz der Bewohner keine oder nur eine reduzierte EEG-Umlage zu ist, und die Eigenversorgung lukrativ sein kann, gilt dies nicht für Häuser in fremder Eigentümerschaft, also den Großteil der Berliner Wohngebäude. Eine reduzierte EEG-Umlage oder deren Wegfall gelten nur, wenn ein und dieselbe Person die PV-Anlagen betreibt und den Strom selbst verbraucht. Zwar könnten Eigentümer die Förderung nach dem Mieterstromgesetz beantragen, doch seien organisatorische und rechtliche Anforderungen einer Belieferung mit Mieterstrom hoch, so die Studie. Um die Berliner Klimaschutzziele bis 2050 zu erfüllen und die Stromversorgung dann zu 25 Prozent aus Solarenergie zu decken, müssten jeden Tag 30 neue PV-Anlagen in Berlin installiert werden, errechnete die HTW.

von Martin Bopp

> Die HTW-Studie steht bereit unter https://pvspeicher.htw-berlin.de/potenzialstudieberlin
> HTW, Ingenieurwissenschaften Energie und Information, FG Solarspeichersysteme, Prof. Dr. Volker Quaschning, Wilhelminenhofstr. 75A, 12459 Berlin, Fon 030/5019-3656, volker.quaschning@htw-berlin.de

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