UmweltBriefe -<wbr> Aus Kommunen und Forschung
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Ausgabe Januar 2020
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+++ Klimaschonende Produktionsweisen
der Grundstoffindustrie.
Um bis 2050 klimaneutral zu wirtschaften, muss die energieintensive Grundstoffindustrie mit 550 000 Beschäftigten in neue Technik investieren, um den CO2-Ausstoß um 180 Mio. t zu senken. Doch für diesen Industriezweig mangelt es an dezidierter Klima- und Innovationspolitik. Und neue, CO2-neutrale Schlüsseltechnik ist noch nicht am Markt angekommen.

Die Denkfabrik Agora Energiewende und das Wuppertal Institut schlagen deshalb in einer Studie ein Sofortprogramm vor. Demnach sollten vor allem Strom und Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen genutzt werden. Beides könne in der Stahl- und Chemieindustrie Kohle, Öl und fossiles Erdgas ersetzen. In der Zementindustrie sei aus heutiger Sicht die CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) unausweichlich, da beim Brennen von Kalk große Mengen CO2 entstehen. Mit einem Durchbruch bei alternativen Baustoffen würden allerdings Teile der Zementproduktion obsolet. Für die Politik schlägt die Studie sieben Maßnahmen vor, die kurzzeitig greifen: Klimaschonende Produktionsverfahren sollten staatlich gefördert werden als Carbon Contracts for Difference (CfD). Die Förderhöhe ist über Ausschreibungen zu ermitteln. Um die CfD-Förderung zu refinanzieren, sollte eine Klima-Umlage auf Stahl, Aluminium, Zement und Plastik erhoben werden. Eine Quote für grünen Wasserstoff auf den Absatz von Erdgas könnte zum Aufbau von H2-Produktionsanlagen beitragen. Der Bund sollte sich verpflichten, selbst mit klimaschonenden Materialien zu bauen und solche Fahrzeuge zu nutzen. Um den Einsatz neuer Rohstoffe und das Verbrennen von Abfällen zu vermindern, und um langfristig Stoffkreisläufe zu schließen, müsste die Kreislaufwirtschaft stark ausgebaut werden. Die genannten Instrumente müssten international koordiniert werden.

von Martin Bopp

> Die Studie Klimaneutrale Industrie: Schlüsseltechnologien und Politikoptionen für Stahl, Chemie und Zement (236 S.) steht zum PDF-Download bereit unter www.agora-energiewende.de/ veroeffentlichungen/klimaneutrale-industrie/
> Agora Energiewende, Projektleiter Dr. Fabian Joas, Anna-Louisa-Karsch-Str. 2, 10178 Berlin Fon 030/7001435-132, Fax 030/7001435-129 fabian.joas@agora-energiewende.de

Weitere Meldungen in der Ausgabe Januar 2020
 

 

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