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Ausgabe September 2020
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Naturbewusstseinsstudie 2019
Wille zu mehr Artenwissen

Der Alltag in der Coronakrise zeigt einen Run auf die Natur vor Ort und auf die Schutzgebiete in Deutschland. Umwelt- und Klimathemen spielen für die Bevölkerung eine herausragende Rolle. Das beweist zwar nicht die allzweijährliche Erhebung zum Naturbewusstsein, denn die Befragung fand bereits Ende 2019 statt. Doch dieser jetzt veröffentlichten Studie zufolge hielt es auch schon vor der Pandemie eine gewachsene Mehrheit (75 gegenüber 63 Prozent 2017) für gebotene Menschenpflicht, die Natur für kommende Generationen im gleichen Umfang wie bisher zu schützen.
„Ich ärgere mich darüber, dass viele Menschen so sorglos mit der Natur umgehen.“ Dieser Aussage stimmten 63 Prozent der Befragten (2017: 47) voll und ganz zu, für 28 Prozent „trifft es eher zu“. Zusammen sind das nicht weniger als 91 Prozent gegen jeglichen Umweltfrevel. Da bleibt kaum noch jemand, der Naturzerstörung gutheißt bzw. es selbst tut. „In der Tat gibt es da eine Diskrepanz im Bewusstsein darüber, worüber man sich mich aufregt und dem, was man selber zu verantworten hat und verursacht“, sagt Beate Jessel. Die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz beobachtete in den vergangenen Monaten aber auch „hohe Aufgeschlossenheit, sich in der Natur aufzuhalten und als Lernort zu begreifen“. Hier würde Jessel gerne ansetzen und den Menschen „konkret sagen, was Ihr tun könnt!“ Sie fordert ein Investionsprogramm in die Schutzgebiete und dabei vor allem „einen Einstellungsschub in mehr Ranger“, die den Naturbegeisterten Wissen vermitteln können. 44 Prozent wünschen sich Führungen in Schutzgebieten und sogar 53 Prozent mehr Kenntnisse über Tier- und Pflanzenarten. Insbesondere die Schulen sehen die Befragten in der Aufgabe, über Artenvielfalt aufzuklären. Nach wie vor weiß nämlich die Mehrheit der Deutschen (55 Prozent) nicht, was „Biologische Vielfalt“ bedeutet. Anders die 18- bis 29-Jährigen: Unter denen hat sich die Bereitschaft verbessert, sich persönlich für biologische Vielfalt einzusetzen: von 48 Prozent 2017 auf heute 65 Prozent. 90 Prozent der Befragten würden nun auch unterschreiben, dass der Klimawandel eine Bedrohung für die biologische Vielfalt darstellt. Dieser Auffassung seien vor allem die „finanziell Gutgestellten mit einem Haushaltsnettoeinkommen ab 3 500 Euro“.
Aber gerade in dieser Gruppe der gut gebildeten Umweltbewussten, beklagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze, sei auch der ökologische Fußabdruck sehr hoch. Man müsse also immer wieder darauf hinweisen, dass es nicht ausreiche, wenn nur ein Bewusstsein für Klimawandel und Naturschutz vorhanden sei. „Man muss auch danach handeln“, sagt Schulze und betont das von ihr auf den Weg gebrachte Verbot für gut zu ersetzendes Einwegplastik.

von Tim Bartels

> Die Studie ist als PDF (S.108) downloadbar unter https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/naturbewusstseinsstudie_2019_bf.pdf
>
Kurzfassung (15 S.) unter https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Naturschutz/infopapier_naturbewusstseinsstudie_2019_bf.pdf

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