UmweltBriefe - Aus Kommunen und Forschung
HOME AKTUELL ARCHIV SUCHEN UEBER UNS IMPRESSUM PROBEABO MEDIADATEN
Ausgabe 01/12, 19. Januar
Bürgerinfo
 
Titel
Kommunen
Aus Politik und Verbänden
Publikationen
Abfall
Immissionsschutz
Energie
Mobilität
Naturschutz
Klima
Umweltrecht
Trends
Hintergrund
Bürgerinfo
 
Diesen Beitrag können Sie im Rahmen eines Abonnements unter Angabe der Quelle und gegen Benachrichtigung kostenfrei verwenden.
 

Umweltbriefe

Foto: S.Hofschläger/pixelio.de

 

 

 

Energiesparen im Haushalt Teil 21: Autokauf
Wahl der (Klima-)Qual

Autofahren ist ein teurer Spaß. Denn neben den Spritkosten fallen auch Steuern, Versicherung, Parkgebühren, Garagenmiete, Wartung und Reparaturen an. Außerdem muss der Wertverlust in Rechnung gestellt werden. Wer jährlich 15 000 Kilometer fährt, zahlt dafür zwischen 6 000 und 9 000 Euro. Wer allerdings beim Autokauf kühl kalkuliert, spart bares Geld: Im Zweifelsfall ist ein kleineres, niedrig motorisiertes Modell die bessere Wahl.

1. EU-Label. Ein potenzieller Käufer soll anhand des EU-Energielabels sofort erkennen, wie effizient der Neuwagen mit Energie umgeht. Das Label teilt PKW in sieben Effizienzklassen ein, von A für Sparmobil (grün) bis G für Spritfresser (rot). Das Label hat jedoch einen Haken: Bei der Klassifizierung fließt das Fahrzeuggewicht ein, so dass beispielsweise der Kleinwagen Smart, der 750 Kilo wiegt und pro Kilometer 97 Gramm Kohlendioxid (CO2) ausstößt, mit einem D gleich um zwei Klassen schlechter abschneidet als ein Porsche Cayenne Hybrid, der das Dreifache wiegt und doppelt soviel Klimagase in die Luft bläst. Als Orientierungshilfe für den Autokauf fällt das EU-Label also aus. Tipp: Die Auto-Umweltliste des VCD zu Hilfe nehmen.

2. Ausstattung. Wer auf Extras wie elektrische Fensterheber oder Klimaanlage verzichtet, senkt den Spritverbrauch. Denn jeder Elektromotor – und sei er noch so klein – frisst auch Sprit. Allein die Klimaanlage erhöht den Verbrauch im Stadtverkehr um zehn bis zwanzig  Prozent pro hundert Kilometer. Dieser Zusatzverbrauch bleibt bei den normierten Herstellerangaben unberücksichtigt.

3. Benziner. Da Benzin eine geringere Energiedichte hat als Diesel, verbrauchen Autos mit Ottomotor etwas mehr Sprit als Dieselfahrzeuge. Beim Verbrennen von Benzin entsteht jedoch weniger CO2. Zudem fahren moderne Benziner mit kleinem Motor und geregeltem Katalysator besonders sparsam und schadstoffarm. Mit Fahrverboten in städtischen Umweltzonen ist also kaum zu rechnen. Faustregel: Wer überwiegend in der Stadt unterwegs ist und pro Jahr nicht mehr als 15 000 Kilometer zurücklegt, ist mit einem Benziner besser bedient als mit einem Diesel.

4. Diesel. Vor allem bei Vielfahrern gelten Dieselfahrzeuge als kostengünstige Alternative zum Benziner. Ein geringerer Verbrauch und niedrigere Spritkosten gleichen den höheren Anschauffungspreis aus. Allerdings bläst ein Diesel mehr CO2 und mehr Stickoxide in die Luft als ein Benziner mit gleichem Verbrauch. Wegen der Stickoxide könnte es künftig auch zu Fahrbeschränkungen in Umweltzonen kommen. Der Rußpartikel-Ausstoß dagegen lässt sich mit einem geschlossenen Partikelfilter zu fast 100  Prozent minimieren.

5. Stromer. Ihre Antriebsenergie ziehen reine Elektromobile aus Akkus, die an der Steckdose oder an speziellen Zapfsäulen geladen werden. Der Wirkungsgrad eines Elektroantriebs ist mit 56 Prozent deutlich höher als der eines konventionellen Diesel- oder Benzinmotors, haben die Sachverständigen der Dekra ermittelt. Außerdem produzieren E-Mobile keine lästigen Geräusche und dort, wo sie gerade fahren, auch keine giftigen Abgase. Nachteilig sind jedoch der hohe Kaufpreis und die geringe Reichweite: Bereits nach maximal 200 Kilometer muss ein Elektro-Auto für mehrere Stunden an die Steckdose. Bei winterlichen Temperaturen machen die Akkus sogar noch schneller schlapp. Und solange der getankte Strom hauptsächlich aus fossilen Quellen wie Öl, Gas oder Kohle stammt, ist die Umweltbilanz von E-Mobilen genauso schlecht wie die von Autos mit Verbrennungsmotor.

6. Hybrid. Diese Autos fahren mit der Kraft der zwei Motoren. Ein Elektroantrieb, dessen Vorzüge vor allem im Stop-and-Go-Betrieb des Stadtverkehrs zum Tragen kommen, unterstützt einen konventionellen Verbrennungsmotor, der das Beschleunigen und die schnelle Fahrt übernimmt und dabei auch den Akku wieder auflädt. Als zusätzlicher Ladestrom wird umgewandelte Bremsenergie genutzt. Hybridfahrzeuge sparen im Stadtverkehr bis zu 15 Prozent Sprit. Bei abgeschaltetem Verbrennungsmotor stoßen sie auch keine giftigen Abgase aus. Allerdings sind Hybride deutlich teurer und schwerer als konventionelle Autos. Wird das Auto überwiegend in der Stadt gefahren, spielt das höhere Gewicht keine Rolle und der teurere Kaufpreis lässt sich durch die Spritersparnis wieder hereinholen. Auf Autobahnen und langen Überlandfahrten verbraucht ein Hybridauto wegen des zusätzlichen Gewichts von Elektroantrieb und Akku jedoch unter Umständen mehr Sprit als ein sparsames Dieselfahrzeug.

7. Erdgasauto. In den vergangenen drei Jahren hat sich die Zahl der Erdgas-PKW in Deutschland auf 70 000 Exemplare mehr als verdoppelt; die der Tankstellen ist auf 870 gestiegen. Erdgas ist noch bis Ende 2020 steuerbegünstigt und damit als Kraftstoff konkurrenzlos billig: Ein Kilo Erdgas, das den gleichen Energiegehalt hat wie 1,3 Liter Diesel oder 1,5 Liter Benzin, kostet derzeit etwa 90 Cent. Zum Vergleich: Der Liter-Preis bei Diesel liegt laut ADAC derzeit zwischen 1,45 und 1,47 Euro, für Benzin in E10-Qualität zwischen 1,54 und 1,59 Euro. Erdgasautos fahren mit einem gängigen Ottomotor und werden in bivalenter und monovalenter Ausführung angeboten: Bivalente haben einen zweiten Tank für Benzin an Bord; bei monovalenten ist der Motor erdgasoptimiert und arbeitet deshalb etwas sparsamer. Zwar sind Erdgas-autos teurer als herkömmliche PKW, amortisieren sich durch die niedrigen Kraftstoffkosten jedoch schnell. Im Vergleich zu Diesel oder Benzin ist Erdgas ein sauberer Kraftstoff, der deutlich weniger Kohlenmonoxid (CO) und CO2 verursacht und nahezu ohne Ruß- und Feinstaubemissionen verbrennt. Mit einem Erdgasauto sind also keine Einschränkungen in Umweltzonen zu befürchten. Der CO2-Ausstoß lässt sich durch Beimischen von Biogas senken.

von Hartmut Netz

> www.besser-autokaufen.de
> Weiterführende Infos zum EU-Effizienzlabel für PKW gibt es unter www.pkw-label.de
> Eine gute Entscheidungshilfe ist die Umwelt-liste des VCD, die 350 Modelle bewertet: www.vcd.org/verweis_vcd_auto_umweltliste.html.

> Auch die Ecotopten des Öko-Instituts hilft: www.ecotopten.de/prod_mobil_pkw_prod.php

> Einen Überblick über alternative PKW-Antriebe und Kraftstoffe: www.thema-energie.de
> Über Erdgasautos und deren europaweites Tankstellennetz informiert www.erdgas-mobil.de

 

 
 
 

© 2012 Walhalla u. Praetoria Verlag GmbH & Co. KG | AGB