UmweltBriefe - Nachhaltiges Handeln in Kommunen
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Ausgabe April 2021
Bürgerinfo
 
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Umweltbriefe

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Foto: Mediaparts/AdobeStock

Tipps zum Energie und Ressourcen sparen:

 

Energieverbrauchskennzeichnung
A wie Abgeschafft+++

Um die Energielabels von Haushaltsgeräten wieder verständlicher zu machen und künftig den Weg für energiesparsame Produkte zu ebnen, werden die bisherigen „+“-Klassen A+++, A++, A+ jetzt wieder ersetzt durch die urspüngliche einfachere Skala von A (geringster Energieverbrauch) bis G (Energieschleuder).


Die Verwirrung war perfekt: Während man sich beim Kauf eines Kühlschranks mit der Energieverbrauchsklasse A am besten beraten glaubte, tauchten plötzlich auch Label mit A+, A++ und schließlich sogar A+++ auf. Das bloße A war plötzlich zum Energieverschwender deklassiert – von den noch schlechteren Klassen B, C oder D ganz zu schweigen. Damit ist jetzt Schluss.
Die Einordnung für den Verbrauch eines Produkts, im Fachjargon „Energieeffizienz“ genannt, beschränkt sich wieder auf A (geringster Verbrauch, höchste Effizienz) bis G (höchster Verbrauch, geringste Effizienz). Da sich die Effizienz von Produkten seit Jahren mmer weiter verbessert hat, der Stromverbrauch von Geräten also immer geringer wurde, ist das Energielabel Opfer seines eigenen Erfolgs geworden ist: Es gab immer mehr Produkte in den Spitzen- bzw. „+“-Klassen, während unter A, B oder C kaum noch was angeboten wurde. Umfragen ergaben, dass der Unterschied zwischen A++ und A+++ nicht so offensichtlich ist und eine Skala von A bis G eher dazu führt, sich für energiesparsamere Produkte zu entscheiden.
Bei Einführung des neuen Energielabels sollen die Klasse A und bei manchen Produktgruppen auch die Klasse B noch leer bleiben. Das heißt, es dürfen noch keine Geschirrspüler, Waschmaschinen, Waschtrockner, Kühlschränke und Fernseher auf dem Markt sein, die die Anforderungen der besten Klassen bereits erfüllen. Damit soll den Herstellern ein stärkerer Anreiz zur Entwicklung noch effizienterer (also sparsamerer) Geräte gegeben werden. Im September 2021 wird das neue Energielabel auch für Lichtquellen gelten. Weitere Produktgruppen werden folgen.
Die EU-Kommission rechnet regelmäßig die Einsparungen aus, die sich aus den Ökodesign-Vorschriften und Effizienzklassen ergeben. Bis 2020 wurden damit 1 750 Terawattstunden per annum eingespart – was dem jährlichen Verbrauch von Italien entspricht. Europäische Haushalte sollen damit im Schnitt 285 Euro pro Jahr an Energiekosten eingespart haben.
Am Beispiel der Lichtquellen lässt sich zeigen, welche Vorteile die Ökodesign-Richtlinie einbringt: Sie fordert eine Mindesteffizienz. Die konnte eine Glühbirne nicht mehr erzielen, da sie das Gros des eingesetzten Stroms in Wärme umwandelte; die Effizienz war zu gering. Bei Halogenlampen ist das ähnlich, wenn auch weniger stark. Viel besser sind da Energiesparlampen, die aber an Bedeutung verloren haben. Gewonnen haben dagegen LED-Lampen, die immer effizienter und vielfältiger werden. Dort, wo sie Glühlampen ersetzen, ließ sich der Stromverbrauch bis zu 85 Prozent verringern.

von Tim Bartels

> Die Broschüre (14 S.) über Ökodesign & Energielabel steht bereit unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/oekodesign-energielabel

Tipps zum Energie und Ressourcen sparen:

1. Kaufen Sie besonders energieeffiziente und bedarfsgerechte Produkte. Die Energielabel erleichtern die Kaufentscheidung für besonders sparsame und umweltverträgliche Produkte. Achten Sie darauf, dass mit der Gerätegröße bei gleicher Energieeffizienzklasse auch der jährliche Verbrauch steigt. Wählen Sie daher Geräte nicht größer als nötig aus. Bedenken Sie auch, dass der Energieverbrauch mit der Anzahl an Geräten im Haushalt steigt. Beide Phänomene sind als „Rebound-Effekt“ bekannt, der bedeutet: Trotz besserer Energieeffizienz der Einzelgeräte sinkt der Stromverbrauch der privaten Haushalte insgesamt leider nicht.

2. Nutzen Sie Produkte umweltverträglich und lange. Mit immer effizienteren Geräten am Markt ist Ihr Verhalten immer wichtiger geworden: Wählen Sie eine möglichst niedrige Waschtemperatur; befüllen Sie Wasch- und Spülmaschine vollständig; schalten Sie Lichtquellen aus, wo sie nicht benötigt werden; wählen Sie eine möglichst niedrige Raumtemperatur; schalten Sie Heizquellen aus, wenn niemand da oder das Fenster geöffnet ist; nutzen Sie Geräte bis an ihr technisches Lebensende. Doch wenn ein neues Gerät gegenüber dem Altgerät mehr Energie spart als für seine Herstellung benötigt wird, kann es durchaus sinnvoll sein, auch funktionsfähige Altgeräte auszutauschen.

3. Tragen Sie aktiv zu einer langen Produktlebensdauer bei. Durch neue Ökodesign-Anforderungen wird es künftig einfacher, Geräte zu reparieren oder reparieren zu lassen. Wenn Sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, hilft das nicht nur der Umwelt, sondern setzt auch ein Signal in Richtung Hersteller, Handel und Gesellschaft, Geräte reparierbar zu gestalten und gute Rahmenbedingungen für die Reparatur zu schaffen. Benötigt man ein Gerät nicht mehr, dann kann man es verschenken oder verkaufen und so weiter in Verwendung bringen.

4. Entsorgen Sie Ihre Geräte richtig. Die Wiederverwendung und ein möglichst hochwertiges Recycling tragen zur Verringerung von Umweltauswirkungen und zur Ressourceneinsparung bei. Elektro- und Elektronikgeräte sollten Sie daher am Ende ihrer Lebensdauer zurück zum Handel, zu einem Wertstoffhof oder einer anderen offiziellen Sammelstelle Ihrer Kommune bringen.

Was meint das: Ökodesign?

  • Definition: Ökologische Gestaltung bzw. Umweltleistung eines energiebetriebenen Produkts hinsichtlich seines gesamten „Lebenszyklus“, also bezogen auf seine Herstellung, Nutzung und Entsorgung.
  • Ökodesign-Richtlinie der EU: 2005 hat die EU-Kommission erstmals einen Rahmen dafür geschaffen, welche Mindestanforderungen Produkte an eine umweltverträgliche Gestaltung erfüllen müssen.
  • Von Energieeffizienz zu Ressourceneffizienz: 2009 wurde der Fokus, der anfangs vor allem auf der Energieeffizienz lag, also wie viel Energie das Produkt verbraucht, auf die Ressourceneffizienz erweitert, also wie viel Material benötigt wird, um das Produkt herzustellen.
  • Lebensdauer eines Produkts: Das Ökodesign verlangt mittlerweile auch eine längere Lebensdauer eines Produkts, indem Anforderungen an eine bessere Reparierbarkeit gestellt werden.
     
 
     
       
 

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