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Ausgabe Oktober 2020
Bürgerinfo
 
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Umweltbriefe

Foto: Foto: Heiko Barth/Adobe Stock

Wie man Retouren verhindert:

 

Onlinehandel
Retouren vermeiden

Waren im Internet zu bestellen und sich ins Haus bringen zu lassen, ist zwar bequem. Doch zieht das auch enormen Transport- und Verpackungsaufwand nach sich. Denn erweist sich z.B. die Kleidung als zu groß oder zu klein, oder gefällt die Ware bei Augenschein plötzlich nicht mehr, wird es eben wieder zurückgeschickt. Meist ist das kostenlos möglich und mindert das Risiko zu bestellen – erhöht aber die Umweltbelastung.

Der Versandhandel hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Experten gehen davon aus, dass dies auch für die Retouren gilt. Wie eine Studie der Universität Bamberg 2019 berechnete, werde derzeit zirka jedes sechste ausgelieferte Paket wieder zurückgeschickt. Wie viele der zurückgegebenen Waren dann vom Händler wieder versendet, günstiger verkauft oder vernichtet werden, dazu gibt es bisher keine Untersuchung. Klar ist wohl aber, dass es für die Händler bisweilen preiswerter ist, die zurückgeschickten Produkte zu entsorgen, als sie noch einmal auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen und neu zu verpacken.

Es gibt aber auch viele Studien, die dem Onlineshopping im Vergleich zum physischen Einkaufen im Laden eine gute Ökobilanz bescheinigen. Diese Untersuchungen gehen allerdings für den Fall des Vor-Ort-Kaufs immer von einer Anfahrt mit dem Auto aus. Würden sie Bus oder Bahn nehmen, sähe das schon anders aus. Noch besser: Fahren Sie, wenn möglich, mit dem Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß zum Einkaufen. Das hat eindeutig eine bessere Ökobilanz. Nicht zuletzt unterstützen Sie damit ja auch Geschäftsleute und Angestellte in Ihrer Nähe, also die lokale Wirtschaft Ihrer Kommune.

Prekäre Lage der Paketboten

Negative Schlagzeilen über den Versandhandel gibt es aber immer wieder auch wegen nicht bezahlter Sozialversicherungen, wegen Verstößen gegen den Mindestlohn oder illegaler Beschäftigung. Kritisiert werden die schlechten Arbeitsbedingungen von Paketboten, die oft gar nicht fest angestellt sind. Ein Grund für die prekäre Lage: „Zustellerfirmen und Beschäftigte stehen durch wachsende Paketaufkommen und Expressangebote sowie einen hohen Preisdruck in der Branche stark unter Druck“, heißt es im Verbraucherportal Nachhaltiger Warenkorb, den die Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) Süd herausgibt. „Auch Arbeitsbedingungen bei großen Versandhändlern werden von Medien und Gewerkschaften immer wieder kritisiert“, heißt es da. Überdies produziert das Einkaufen im Internet auch viel Abfall. Der Onlinehandel zähle als wesentlicher Treiber für wachsenden Verpackungsmüll, stellt das Umweltbundesamt fest. Retouren heizen das noch an. Überlegen Sie sich daher gut, ob Sie T-Shirts, Kleider und Computer oder Ihr Abendessen online bestellen müssen. Prüfen Sie doch mal, ob es auf Ihrem Arbeitsweg Restaurants gibt, die Gerichte zum Mitnehmen (in Ihre mitgebrachten Behälter) packen. Und ob die Kleidung oder der Laptop nicht bei einem Fahrradausflug in die Stadt mit Freunden oder Familie gekauft werden können.

von Tim Bartels

> https://www.zeit.de/die-antwort/2019-11/verpackungsmuell-online-shopping-co2-umweltschutz-nachhaltigkeit

Wie man Retouren verhindert:

1. Bestellen Sie nur, was Sie wirklich behalten wollen. Überlegen Sie, ob Sie dieses oder jenes Produkt wirklich brauchen. Geht es um Kleiderkauf, überprüfen Sie zuvor, ob es sich mit Ihren Klamotten, Mänteln und Schuhen kombinieren lässt? Geht es um Geräte, gilt es zu klären, ob es alle technischen Anforderungen, die Ihnen wichtig sind, wirklich erfüllt? Hilfreich sind Händlerangaben zu Maßen und Größentabellen. Vermessen Sie eigene Kleidungsstücke, Ihre Figur oder den verfügbaren Platz im Haus und vergleichen Sie die Zahlen mit denen aus dem Internet.

2. Prüfen Sie, ob es das gewünschte Produkt eventuell in Läden in der Nähe gibt. Viele (nachhaltige) Onlineshops mit stationären Geschäften bieten mittlerweile die Möglichkeit, das per Klick herauszufinden. So können Sie sich im Einzelhandel von Fachpersonal beraten lassen.

3. Lesen Sie Onlinebewertungen anderer Käufer. Hier finden Sie Informationen zu Schnitt und Farbe bei Mode oder technischen Problemen bei Notebooks, Smartphones oder Haushaltsgeräten. Bei größeren Anschaffungen lohnt es sich, Testergebnisse hinzuzuziehen, zum Beispiel die von Ökotest oder Stiftung Warentest.

4. Auf YouTube finden Sie sogenannte Unboxing-Videos von Menschen, die das gleiche Produkt – beispielsweise ein Elektrogerät – gekauft haben und auspacken. Der Supermarkt vor Ort hat einen unschlagbaren Vorteil: Sie können vorm Kauf z.B. das Obst und Gemüse mit eigenen Augen prüfen und in die Hand nehmen.

5. Bestellen Sie grundsätzlich keine Frischware oder Tiefkühlprodukte online. Der Supermarkt vor Ort hat einen unschlagbaren Vorteil: Sie können vorm Kauf z.B. das Obst und Gemüse mit eigenen Augen prüfen und in die Hand nehmen.

6. Vermeiden Sie im Internet möglichst Einzelbestellungen. Denn diese machen besonders viel Müll. Sammelbestellungen sind besser für die Umwelt.

7. Bevorzugen Sie möglichst nachhaltige Onlineshops. So erkennen Sie ökologisch und sozial nachhaltige Anbieter:

> https://www.nachhaltiger-warenkorb.de/themen/nachhaltige-onlineshops-erkennen/

Hunderte Millionen Retouren jährlich im Onlinehandel

Die Deutschen bestellen gern im Internet – schicken aber auch gern wieder zurück.

  • 2018 wurden in Deutschland 280 Millionen Pakete und 487 Millionen Artikel an Onlinehändler zurückgesandt – das bedeutet jedes sechste ausgelieferte Paket.
  • Besonders häufig werden offenbar Schuhe und Kleidung zurückgeschickt: rund 46 Prozent, also jedes zweite Paket.
  • Diese vielen Rücksendungen wirken sich auf die Umwelt aus. Rund 238 000 Tonnen CO2-Äquivalente allein für das Jahr 2018 berechnete die Forschungsgruppe Retourenmanagement der Universität Bamberg.
    > https://www.uni-bamberg.de/news/artikel/ retourenmanagement-2019/ 
     
     
 
       
       
 

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