UmweltBriefe - Nachhaltiges Handeln in Kommunen
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Ausgabe Mai 2022
Bürgerinfo
 
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Umweltbriefe

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Foto: tomalv / AdobeStock

Was Sie tun können, um bei Hitze gesund zu bleiben:

Klimawandel im Gesundheitswesen
Klimaschutz im Krankenhaus

Das ist nur wenigen bekannt und sorgt für Überraschung: Das weltweite Gesundheitswesen trägt mit 4,4 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen mehr zum Klimawandel bei als der Flugverkehr (drei Prozent) oder die Schifffahrt (zwei Prozent). Berechnet hat diese Zahl die Nichtregierungsorganisation „Health Care Without Harm“ (HCWH). Wäre der globale Gesundheitssektor ein Land, so der Vergleich von HCWH, gälte er nach China, USA, Indien und Russland als fünfgrößter Emittent.

Diese Mitverantwortung des Gesundheitssektors an der Klimakrise ist der breiten Bevölkerung kaum bekannt und muss noch stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit sickern. Die internationale Organisation HCWH hat die Gesundheitsbranche auf ihren CO2-Fußabdruck komplett durchchecken lassen – von der Medikamente- und klinischen Apparateherstellung über den Krankenhaus- und Praxenbetrieb bis hin zum Krankentransport und zur Entsorgung. Ergebnis: Für Deutschland kommt HCWH auf 57,5 Mio t „medizinisches Kohlendioxid“ jährlich oder 5,2 Prozent der deutschen Gesamtemissionen. Weltweit verursacht das Gesundheitswesen zwei Billion Kilogramm CO2 pro Jahr, was den jährlichen Treibhausgasemissionen von 514 Kohlemeilern entspricht. Die deutsche Gesundheitsbranche hat also einen erheblichen Anteil am Klimawandel und sollte ihren ökologischen Fußabdruck dringend reduzieren, vor allem ihren enormen Energie- und Ressourcenverbrauch.
Entsprechend hoch ist auch ihr Einsparpotenzial. Nach Berechnungen der Stiftung Viamedica am Universitätsklinikum Freiburg könnten in einem großen Krankenhaus (mit 500 Mio. Euro Jahresbudget) rund 30 Prozent der Energie- und Wasserkosten pro Jahr und damit drei Millionen Euro eingespart werden. Die HCWH empfiehlt eine Umstellung der Krankenhauselektrizität auf 100 Prozent Ökostrom in allen Bereichen und die energetische Sanierung der Klinikgebäude; neue Krankenhäuser sollten grundsätzlich klimaneutral geplant werden.
Der Umweltverband BUND vergibt seit dem Jahr 2001 das Gütesiegel „Energiesparendes Krankenhaus“. Es erhielten bisher deutschlandweit 47 Krankeneinrichtungen. Beispielsweise wurde es der Luisenklinik in Bad Dürrheim 2012 bereits zum zweiten Mal nach 2007 verliehen. Die baden-württembergische Klinik sparte erneut 120 000 Euro Energiekosten pro Jahr ein, durch Wärmedämmung, Photovoltaik, Holzpellets und ein Blockheizkraftwerk. Damit hatte das Haus trotz gestiegener Bettenzahl weitere 32,7 Prozent an klimaschädlichen Emissionen vermieden. Mit wiederholter Reduzierung der CO2-Emissionen, 2016 um 7,3 Prozent (nach 8,2 Prozent 2009 und 26,1 Prozent 2004), erhielt die Evangelische Elisabeth-Klinik in Berlin das Gütesiegel zum dritten Mal, das St. Joseph Krankenhaus in Berlin-Weißensee gar bereits zum vierten Mal. Der BUND ist auch an „KLIK green: Krankenhaus trifft Klimaschutz“ beteiligt. Diese Initiative qualifiziert in 250 Krankenhäusern und Reha-Kliniken KlimamanagerInnen.

von Tim Bartels

> https://www.klik-krankenhaus.de/

Was Sie tun können, um bei Hitze gesund zu bleiben:

1. Meiden Sie die Mittagshitze. Beschränken Sie Aktivität im Freien auf die Morgen- und Abendstunden. Vermeiden Sie körperliche Belastung, auch Sport. Falls Sie körperlich arbeiten müssen, trinken Sie pro Stunde zwei bis vier Gläser eines kühlen, alkoholfreien Getränks. Bleiben Sie draußen im Schatten, tragen Sie Sonnenhut und Sonnenbrille; benutzen Sie ein Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor mind. 20 (für Kinder mind. 30) oder höher mit UVA-/UVB-Schutz oder „Breitspektrum“; lassen Sie niemals Kinder oder geschwächte Menschen in einem geparkten Fahrzeug zurück – auch nicht für sehr kurze Zeit.

2. Verschaffen Sie sich Abkühlung. Lüften Sie nachts und morgens; dunkeln Sie die Räume tagsüber ab; nehmen Sie eine kühle Dusche oder ein kühles Bad; lassen Sie kühles Wasser über die Handgelenke laufen; legen Sie eine feuchtkühle Kompresse auf Stirn oder Nacken, eine gekühlte Gelmaske auf die Augen oder verwenden sie einen Wassersprüher für Gesicht, Arme und Dekollté; reiben Sie die Füße mit gekühltem Fußbalsam ein, Rücken und Beine mit Franzbranntwein; betupfen Sie Schläfen, Hals und die Stelle hinter den Ohren mit kaltem Wasser oder Eis; tragen Sie leichte, luftige und helle Bekleidung (Baumwolle).

3. Trinken und essen Sie ausreichend. Sie müssen Ihrem Körper ausreichend Flüssigkeit zuführen und gleichzeitig den Elektrolytverlust ausgleichen. Hierzu eignen sich: natriumhaltiges Mineralwasser, Säfte, Suppen, Brühen; wasserreiche Früchte, wie Melonen, Gurken, Tomaten, Erdbeeren, Pfirsiche. Nehmen Sie zusätzlich täglich mindestens anderthalb bis zwei Liter Flüssigkeit zu sich. Bei einem Anstieg der Körpertemperatur von einem Grad, wie es zum Beispiel bei Fieber der Fall ist (Körpertemperaturanstieg von 37 auf 38 °C), müssen Sie täglich wenigstens einen halben Liter Flüssigkeit zusätzlich aufnehmen; Meiden Sie Getränke mit Alkohol, Koffein oder viel Zucker – sie können den Körper austrocknen; Meiden Sie sehr kalte Getränke – sie belasten den Magen. Essen Sie verteilt auf den Tag mehrere kleine, leichte Mahlzeiten.

> Weitere Tipps gegen Hitze und Hitzewellen erhalten Sie in der UBA-Broschüre Klimawandel und Gesundheit als PDF unter https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/klimawandel-gesundheit-tipps-fuer-sommerliche-hitze

Healthcare-Barometer 2022

Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von PWC unter 1 000 BürgerInnen:

  • nur 13 Prozent wissen, dass die Gesundheitsbranche mehr zum Klimawandel beiträgt als Schifffahrt oder Flugverkehr;
  • 49 Prozent der 18- bis 34-Jährigen, aber nur 32 Prozent der über 55-Jährigen schätzen „medizinisches CO2“ realistisch ein;
  • nur 38 Prozent wissen, dass auch Krankenhäuser EU-Richtlinien zum Klimaschutz einhalten müssen;
  • 87 Prozent fürchten die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise, 55 Prozent rechnen mit mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Hitzewellen;
  • für jeden Zweiten hat das Energiesparen im Gesundheitswesen höchste Priorität.

> https://www.pwc.de/de/gesundheitswesen-und-pharma/healthcare-barometer-2022-zum-schwerpunkt-klimawandel.html

 

 
 

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